Portrait- und Businessfotograf Berlin

Gibt es unfotogene Menschen?

In blog by Alexander Klebe

Dann müsste man erstmal klären was eigentlich fotogen bedeutet. Fotogen, heisst ja sich zum Fotografieren oder Filmen besonders zu eignen.

Wenn jemand sich als unfotogen empfindet, soll das also bedeuten, sich nicht besonders gut zum Fotografiert werden zu eignen? – Als Portraitfotograf würde ich sagen, das ist Ansichts- und Übungssache.

Zugegeben: Einige Menschen sind von Natur aus fotogen, weil sie vor der Kamera entspannter sind als andere. Diese Entspannung sieht man natürlich in den unzähligen Gesichtsmuskeln und der Körperhaltung. Manche blühen sogar richtig auf, wenn sie im (Rampen-)licht stehen. In vielen Berufen gehört das „sich präsentieren können“ ja auch mit zum guten Tun und ist oft sogar ein bisschen notwendig und zum Teil auch erlernbar.

Ich wurde vor Veranstaltungen mit viel Publikum und Rampenlicht immer nervös. Doch es wurde für mich angenehmer, je besser ich mich vorbereitete, meine Nervosität mit guten Erfahrungen neu programmierte und mein Publikum zum Lachen bringen konnte und wenn das Eis einmal gebrochen war.

Wer heute regelmässig auf der Bühne steht oder Präsentationen vor Publikum hält, hatte anfangs sicherlich auch mit Nervosität zu kämpfen. Sicherlich gibt es auch Naturtalente, doch wie so oft gilt auch hier:
„Ohne Fleiß kein Preis, denn nur Übung macht den Meister.“

Man kann sich natürlich vor unliebsamen Dingen verstecken. Dort, wo es eben zum Beruf oder zum Karrierewunsch dazu gehört, trainiert man diese Fähigkeiten.

Heutzutage gehören auch gute Bilder fast zu jedem Beruf und auch im Privatleben dazu (z.B. beim Dating). Fazit: Wenn man solche Sachen, wie einen Vortrag halten, lernen kann, geht es beim Fotografiert werden auch. Denn, ob ein Mensch fotogen oder unfotogen ist, hängt oft von der Einstellung ab. Im Innern wie im Äußeren und ein wenig von der Übung, der Anleitung und dem Selbstvertrauen. Das kann man aber nur mit Erfolgserlebnissen überhaupt aufbauen.


Tipps um fotogener zu wirken

1. An der Körperhaltung sieht man, wie man sich fühlt.
Bring also etwas Spannung in deinen Körper und übe doch mal ein paar verschiedene Posen – vielleicht auch gleich vor dem Spiegel. Oft wirkt man frontal mit verschränkten Armen manchmal eher wie ein Türsteher. Wenn Du dagegen mit einer Schulter etwas weiter nach vorn kommst und die Hüfte leicht eindrehst, und auch mit dem Stand- und Spielbein arbeitest, wirkt man etwas einladender auf den Betrachter. Oft hilft es auch das Kinn etwas nach vorn zu bringen, da so mehr Nähe zum Betrachter und eine schöner Schatten unter dem Kinn entsteht.

2. Mach Dir keine Sorgen.
Das macht nur Falten. Wenn Du beim ersten Schwenk der Kamera schon denkst: „Die Bilder werden bestimmt nichts.“ – dann sagt Dein Gesicht genau das auch aus. Das ist wie Magie und kann man auch eine selbsterfüllende Prophezeiung nennen. Deine Gedanken, kann man aus deinem Gesicht ablesen. Denke doch einfach: „Die Kamera ist mein Freund und wird schon das beste aus mir heraus holen.“ 

3. Arbeite mit Deinem Ausdruck.
Viele haben dieses Reflexlächeln, dass sie aufsetzen, sobald eine Kamera in ihre Richtung schielt. Das wirkt leider nicht so überzeugend, wie es sich vielleicht als Kind angefühlt hat, wenn die Eltern „Cheese“ sagten. Das eingeübte Lächeln erzeugt im besten Fall eine Gesichtsstarre. Was zählt sind überzeugende kurze Augenblicke in denen die Augen herzhaft strahlen. Man muss also nicht die ganze Zeit Lächeln, sondern braucht auch eine gewisse Geschmeidigkeit im Gesicht. Statt so lange in Kamera zu starren, bis alles Lebendige aus dem Gesicht erloschen ist, sollte man der Kamera kurze Blicke schenken. Wie beim Kraftraining: 10 Wiederholungen und dann die nächste Pose.

4. Das Licht macht die Musik.
Es gibt weiches Licht und hartes Licht. Das weiche Licht wirkt oft schmeichelnder als hartes oder auch sehr direktes Licht. Modefotografen arbeiten gern mit hartem Licht, denn das betont Farben und Schnitte. Porträtfotografen arbeiten oft mit weichem Licht, welches dabei hilft, den Menschen ansprechender aussehen zu lassen. Besonders weiches Licht setzten übrigens die meisten Porträtmaler ein.  

5. Vorbereitung ist die halbe Miete.
Vor dem Shooting kann es je nach Haarpracht hilfreich sein, einen Termin für den Frisör zu machen.
Für Die Damen besteht auch die Möglichkeit eine Visagistin zum Shooting dazu zu buchen. Das Wichtigste beim Make-up, was man natürlich auch selbst machen kann, sind Augen und Lippen. Also etwas Farbe auf die Wimpern und den Mund.

Dann geht es an den Kleiderschrank, um ein paar Outfits zu testen. Das Wichtigste ist natürlich, dass Du dich in den Klamotten wohl fühlst. Der Schlabberlook im Morgenmantel ist da vielleicht famos, aber dennoch noch nicht ganz die Unterstützung für mehr Fotogenität.

Einfarbige Stoffe wirken besser als krasse Muster. Die Kleidung darf ruhig etwas die Figur betonen, denn niemand mag Falten. Der Stoff sollte jedoch auch nicht zu eng anliegen, oder zu dünn sein – sonst sieht man womöglich die Umrisse der Unterwäsche. Unbedeckte Schultern und Oberarme lenken die Aufmerksamkeit auf sich. Je nach Bildkontext würde ich diese bedecken oder damit arbeiten – beim Bodybuilder zum Beispiel.

Optimal wirken Oberteile mit einem etwas ausgefalleneren Kragen, da gerade bei den meisten Headshots dieser Bereich der Kleidung die meiste Zeit im Bild zu sehen sein wird.