New York, New York – Zwischen Blitzlicht, Zuckerrausch und 25km zu Fuß

Nach längerer Reisepause, zwei Gin Tonics und der klassisch-verhängnisvollen Familienfrage „Wohin wolltet ihr schon immer mal?“, war sie da – die Schnapsidee: New York. Die Flüge sahen günstig aus, das Abenteuer lag auf der Hand. Dass es am Ende eine Operation am offenen Herzen des Behördenapparats werden würde, wussten wir da noch nicht. Aber hey, am Tag vor Abflug hielten wir sie in Händen: die notariell beglaubigte Reisevollmacht mit Apostille. Und ja, sie wurde kontrolliert. Zwei Mal. Willkommen in Amerika.
New York empfing uns wie es eben New York tut: laut, leuchtend, größenwahnsinnig. Die Stadt, die immer an ist. Die dampft, schreit, glänzt und funkt. Überall Superlative, überall Inszenierung – von der Schoko-Manufaktur über den Zauberlehrlings-Merch-Store bis zu den Flaggen der Welt an der UN.
Und mittendrin ich – mit Kamera und 50mm Festbrennweite. Ich bin dem Licht gefolgt, ihm entgegen gelaufen, habe es manchmal verloren und dann wieder neu entdeckt. Ich habe konsumiert – nicht nur Zucker, sondern Perspektiven. Fotografiert, was sich zeigte und was sich verbarg. Und ganz nebenbei rund 25 Kilometer am Tag zurückgelegt. New York ist eben auch Sport.
Die Stadt als Bühne, der Blick als Kontrast
Was mich an New York fasziniert, ist nicht nur die Dichte der Eindrücke, sondern die Gleichzeitigkeit von Überfluss und Abgrund. Unter dem Glamour brodelt es, wortwörtlich. Es ist wie ein großes Theaterstück mit vielen Kulissen: Times Square, 5th Avenue, Freiheitsstatue, Central Park – alles ikonisch, alles irgendwie bekannt. Und doch ist jedes Bild, das man dort macht, ein eigenes.
Die jungen Menschen lieben die Stadt, weil hier scheinbar alles möglich ist. Für mich war es eher ein Ort der Reflexion: Wie wollen wir leben? Müssen wir glänzen, um gesehen zu werden? Oder reicht manchmal ein stiller Moment im Gegenlicht?
Was bleibt?
Vielleicht sind es genau diese Widersprüche, die New York so spannend machen, als Stadt, als Motiv, als Sinnbild. Und vielleicht liegt gerade darin auch ihr fotografischer Reiz: in der Überforderung, der Reibung, dem Kontrast.
Ich komme mit vielen Bildern zurück. Manche klar, manche verwischt, manche vielleicht erst später verständlich. Aber alle Teil eines Abenteuers, das mehr war als Sightseeing. Es war eine Erinnerung daran, wie viel Energie im Dazwischen liegt. Und dass gute Fotos oft dort entstehen, wo der Flow gerade mal nicht stimmt, sondern das Leben kurz innehält.
Mein Name ist Alexander Klebe
Ich bin Fotograf, Autor und Vater – und arbeite seit über 20 Jahren mit Menschen, die sichtbar werden wollen. In meinem Ocean Studio Berlin verbinde ich Fotografie, Haltung und Markenbewusstsein zu einem Ganzen. Dieser Artikel ist Teil meiner Mission: Kreativität, Systeme und Menschlichkeit miteinander zu verbinden.
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