Once upon a time in Kathmandu – Farben, Gebete und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein

Manchmal landet man zufällig genau dort, wo man innerlich schon lange hinwollte. Kathmandu war so ein Ort für mich. Geplant war nur ein kurzer Abstecher von Thailand aus – doch was ich fand, war eine Welt, die mich tief berührte.
Schon beim Anflug hörte ich zum ersten Mal das Mantra Om Mani Padme Hum – eine Melodie, die sich seither wie ein leiser Begleiter durch mein Leben zieht.
Zwischen Tempeln, Alltag und spiritueller Tiefe
Kathmandu ist ein Ort der Gegensätze. Während an einem Platz Menschen in Schlangen standen, um Wasser zu holen, leuchteten wenige Straßen weiter Lichterketten vor Boutiquen. Der Strom fiel nachts regelmäßig aus – aber irgendwie schien niemand den Zauber zu verlieren.
Ich fiel auf, natürlich. Der europäische Fotograf mit seiner Kamera. Doch ich wurde nicht kritisch beäugt. Im Gegenteil: Ich wurde gefragt, was ich hier wolle. Ich antwortete: „Ich möchte das Leben sehen und teilen.“ Und das durfte ich.
Die Tempel waren keine Sehenswürdigkeiten, sondern Lebensräume. Orte, an denen sich Menschen täglich mit dem Göttlichen verbanden – ganz selbstverständlich, ganz natürlich. Beten war kein Event, sondern ein Teil der Routine. Und ich? Ich war still, staunend, lernend.
Happy Holi – Farben auf der Haut, Erinnerungen im Herzen
Am letzten Tag meiner Reise fand das Happy Holi statt – das Fest der Farben. Ein Fest, bei dem Regeln verschwimmen und Farbpulver zu Poesie wird. Ich tanzte durch die Straßen, machte Porträts, lachte mit Jugendlichen, wurde mehrfach blau, pink, grün.
Am Abend stand ich, völlig bunt und staubverklebt, in der Lobby eines 5-Sterne-Hotels – auf der verzweifelten Suche nach Seife, Wasser und Würde. Es war aussichtslos. Aber wunderschön.
Was bleibt?
Kathmandu hat mein Verhältnis zu Religion verändert. Nicht im dogmatischen Sinne, sondern im täglichen. Die Stadt hat mir gezeigt, wie natürlich Spiritualität sein kann, wenn man sie lebt statt nur benennt.
Und die Gesichter – sie tragen etwas in sich, das bleibt. Würde, Weisheit, Ruhe. Genau solche Porträts liebe ich. Sie erzählen mehr als Worte je könnten. Danke.
Mein Name ist Alexander Klebe
Seit über zwei Jahrzehnten entwickle ich visuelle Fundamente für Menschen und Marken. Vor Ort oder in meinem Studio in Berlin verbinde ich handwerkliche Präzision mit strategischem Weitblick. Meine Mission: Souveränität sichtbar machen, die über den flüchtigen Moment hinaus Bestand hat.
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Feldnotizen, Essays & Analysen
Meine Arbeit beschränkt sich nicht auf die Fotografie. Ich schreibe, beobachte und entwickle Konzepte rund um Themen wie Urheberschaft, Sichtbarkeit und Wert. Hier ein kleiner Auszug aus meinem Blog.

















