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Wie man sein eigenes Business startet

In blog by Alexander Klebe

Für mich persönlich ist es ein großes Geschenk als Selbstständiger arbeiten zu können. Man darf sein Leben mit Menschen gestalten, die man mag; sich mit Themen befassen, die man spannend findet; mit einer Mission antreten, die einen antreibt und in einer Profession arbeiten, die man mit Leidenschaft perfektioniert. Daher möchte ich gern anderen helfen, die ihr eigenes Business z.B. als Freelancer oder Homeoffice Entrepreneur starten wollen. Lasst uns loslegen.

Was braucht man, um ein Business zu starten?

Man braucht vor allem ein klares Ziel, dass man auch selbst so faszinierend findet, dass man dran bleibt und nicht bei den ersten kleinen Problemen aufgibt. Man braucht auch eine gewisse Disziplin, denn wie überall gilt auch hier: „Von Nichts, kommt nichts.“ und man braucht Geduld, denn gut Ding, will Weile haben und kein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen startet von 0 auf 100 über Nacht.

1. Die Selbstanalyse

Um seine perfekte Rolle leichter zu finden, hilft eine erste Selbstanalyse. Wo liegen Deine Stärken, was macht Dir besonders viel Freude und was kannst Du bieten, was andere brauchen?

Bei der ersten Selbstanalyse hilft auch das Ikigai (siehe Grafik) für einen besseren Überblick. Wenn man sich also schon aussuchen kann, was man beruflich machen will, dann könnte man auch etwas wählen, dass in der Schnittmenge aus Passion, Profession, Berufung und Mission liegt, so wie es im japanischen „Ikigai“ zusammengefasst wird. Aus diesem ersten Schritt heraus, werden hoffentlich einige Möglichkeiten sichtbar, die man auch mit anderen Personen aus dem persönlichen Umfeld besprechen kann: „Hey, denkst Du diese Idee passt zu mir?“

Werkzeug zum Starten eines Business: Die Selbstanalyse mit dem Ikigai Modell.

2. Finde Deine Nische

Überlege auch, in welcher Branche Du arbeiten möchtest und welche Art von Produkt oder Dienstleistung Du auf Basis Deiner Fähigkeiten, Erfahrung und Interessen anbieten möchtest. Versuche, eine Nische zu finden, die unterversorgt ist oder wo Du Dich von der Konkurrenz abheben kannst.

Gerade in dieser ersten Phase ist erstmal jede Idee erlaubt. Vor allem, wenn man sich im Team oder der Familie über das Business berät. Alle Ideen haben ihre Berechtigung (und wer weiss, wohin diese dann später in Kombination führen). Gerade in dieser ersten Phase, sollte man den inneren Kritiker und Realisten möglichst weit weg vom Träumer halten. Denn der Träumer mag keine Kritik, diese ist für ihn hemmend. In der Ideenfindung kann die Walt-Disney Strategie angewandt werden. Diese erlaubt im ersten Schritt die unkritische Ideensammlung, dann Kombination der Einzelideen zu Gruppen und dann erst im letzten Schritt die kritische Betrachtung und Umsetzung jener Ideen, die den Prozess erfolgreich durchlaufen haben.

Die Walt Disney Strategie zum Entwickeln von Ideen besteht aus drei Schritten:

Brainstorming: In diesem Schritt sollten möglichst viele Ideen generiert werden, ohne dass die Qualität der Ideen beurteilt wird. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten frei und offen miteinander kommunizieren und keine Ideen verworfen werden.

Strukturierung: In diesem Schritt werden die generierten Ideen analysiert und strukturiert. Dabei werden die Ideen in verschiedene Kategorien eingeteilt und es wird überlegt, welche Ideen am besten zu der vorgegebenen Aufgabe passen.

Umsetzung: Im letzten Schritt werden die ausgewählten Ideen weiter entwickelt und in die Tat umgesetzt. Dabei werden die notwendigen Ressourcen bereitgestellt und es wird ein Zeitplan erstellt, um sicherzustellen, dass die Ideen erfolgreich umgesetzt werden.

2b. Finde Deine Produkte

Eine wichtige Übung zur ersten Gründung ist eine Übersicht von möglichen Produkten oder Dienstleistungen, die man in einer Preisskala anbieten könnte. Dazu schreibt man sich am besten alle Ideen auf, die man irgendwie auch gern selbst kaufen würde. Diese Ideen kann man dann auf einer Preisskala ordnen, z.B. Welche Produkte würdest Du für 25€, 50€, 100€, 250€, 500€, 1000€ oder 5000€ anbieten.

Wichtig ist nicht, dass man sofort alle Kategorien auch besetzt, aber es ist gut, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viele Produkte man im Monat verkaufen müsste, um auf den geplanten Umsatz zu kommen.

3. Der Businessplan

Wenn man in etwa weiß, was man selbst mitbringt und auch gebraucht werden könnte, kann man sich auch schon in die nächste Etappe begeben und einen Businessplan anlegen. Der Businessplan bietet einen übersichtlichen Einstieg und dient zur Organisation der verschiedenen Aspekte einer unternehmerischen Tätigkeit auf dem Papier. Er sollte Ihre Ziele, Ihre Finanzierung, Ihre Marketingstrategie und Ihre Finanzprojektionen enthalten. Der Businessplan sollte die Ziele, die Finanzierung, die Marketingstrategie und die Finanzprojektionen enthalten.

Man darf sich ruhig etwas Zeit zu nehmen, um die eigene Mission und auch persönliche Motivation aufzuschreiben. So kann man sich mit der Idee auch in Tiefe auseinander setzen und hat schon erstes Textmaterial zur Hand, wenn man die Idee kommunizieren will.

4. Finanziere deine Idee

Überlege auch, wie Du das nötige Kapital für Deine Idee aufbringen möchtest. Dies kann durch Einsparungen. einen Kredit oder eine Investition durch Dritte geschehen. Es macht keinen wirklichen Spaß ein Business mit dem Rücken zur Wand aufzubauen. Dann fehlt die eigene Leichtigkeit neue Ideen ins Spiel zu bringen und mit Schwung umzusetzen. Daher ist es ratsam einen finanziellen Spielraum zu haben, der es einem ermöglicht eine gewisse Zeit zu experimentieren. Das klappt teilweise besser, wenn man ein kleines Finanzpolster hat oder einen Nebenjob, wo zumindest die eigenen Fixkosten decken kann und nicht sofort auf Einnahmen aus dem Business angewiesen ist.

5. Erstelle eine Marke und eine Webpräsenz

Eine starke Marke hilft Dir, Dich von der Konkurrenz abzuheben und Kunden zu gewinnen. Erstelle eine professionelle Webseite und nutze die sozialen Medien, um Dein Unternehmen bekannt zu machen. Das eigene Marketing sollte man so früh wie möglich angehen, damit das Business später auch rund läuft. Denn egal, wie gut man ist, entdeckt werden kann man nur, wenn man sich auch entsprechend präsentiert. Das Marketing ist ein fortlaufender Prozess. Man baut ein System und verbessert dann nach und nach jedes Bauteil.

Um die Marke zu stärken, bedarf es stetiger Weiterentwicklung und Investition. Jedes Detail zählt. Vieles kann man heutzutage auch selbst machen, wenn man dazu die Muße hat. Es gibt jedoch ein paar Dinge, wo man auch den Rat und die Hilfe von Profis braucht: Grafikdesigner, Fotografen, SEO Berater und auch UX oder Digital Consultants helfen dabei, der Marke den perfekten Schliff zu geben und mit hochwertigem Appeal zu gestalten.

6. Baue Dein Netzwerk

Nutze Dein persönliches und professionelles Netzwerk, um Kontakte zu knüpfen und neue Kunden zu gewinnen. Beteilige Dich an Branchenveranstaltungen und schließe Partnerschaften mit anderen Unternehmen. Gerade wenn Du Dein Business starten willst, hilft Dir auch Input von anderen: Was wird eigentlich gebraucht? Welche Probleme haben Deine potenziellen Kunden? und Wie kannst Du dabei helfen, den „Schmerz“ zu lindern?

Netzwerken heisst Beziehungen pflegen, Geben und Nehmen. Man kann nicht nur Gefallen erwarten, sondern darf auch anderen genauso weiterhelfen, wie man selbst Hilfe gern bekommen würde. Im Netzwerk gibt es eben auch ein Karma. Das heisst nicht, dass man für Freunde alles umsonst machen soll, sondern eher, dass man sich eben dort hilft, wo man helfen kann.

Tipp: Finde andere Unternehmer oder Freelancer, die evtl. ein Produkt oder Service anbieten, dass sich mit deinem gut ergänzt. Vielleicht lässt sich darauf eine Partnerschaft machen?

7. Bleibe anpassungsfähig

Gleich vorweg, es wird immer etwas auf dem Weg zur Selbstständigkeit geben, woran Du arbeiten kannst. Aber so bleibt es eben auch spannend. Man arbeitet ständig auch an einem Selbst. Der Aufbau eines Unternehmens ist ein langwieriger Prozess und es wird immer Hürden und Herausforderungen geben. Bleibe flexibel und bereit Dich anzupassen, wenn sich Deine Prioritäten oder die Marktlage ändert. Ab und zu wird es notwendig sein auch andere Puzzlestücke in das eigene große Puzzle aufzunehmen und einzupassen. Vielleicht ergibt sich ja daraus ein stimmiges Bild oder auch ein neuer Zweig.

8. Tipps aus dem Nähkästchen

Am Wichtigsten war für mich immer die eigene Leidenschaft zu berücksichtigen. Denn nur, wenn das Herz wirklich für etwas brennt, kann es auch langfristig gelingen. Jedoch kommt der Erfolg nicht über Nacht und oft ist der erste Businessplan nicht unbedingt die beste Lösung für einen selbst, aber eine gute Grundlage, um loszulegen. Mir hat es persönlich geholfen, in verschiedenen Bereichen (teilweise abwechselnd) zu arbeiten, um dann für mich entscheiden zu können, welcher mir davon am meisten Freude bereitet. So konnte ich auch manche Ideen für ein Weilchen ruhen lassen, bis ich wieder die Lust verspürte mich dem Thema mit voller Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist auch hilfreich die eigene, leidenschaftliche Idee nicht sofort mit einer Gewinnerzielungsabsicht zu ersticken. Doch ein wenig Verkaufen gehört zu jedem Business eben auch dazu. Doch es nicht alles Gold was glänzt und Geld allein macht nicht glücklich. Wenn Du Dir ein Feld ausgesucht hast, was Dir Freude bereitet und wo Du aufblühen kannst, kommt der Erfolg auch, wenn Du Dich für Deine Mission ins Zeug legst.